Wie im Kapitel 9•a. erörtert, bezechnet die Koordination eine Art der Phrasenbildung, in der zwei oder mehrere Konstituenten (= Konjunkte) aneinander gereiht werden, meistens mit Hilfe von Konjunktionen.
Im Gegensatz zu den Konstituenten einer Subordination behalten Konjunkte ihre Eigenständigkeit.
Ein weiterer Unterschied zwischen Koordination und Subordination ist in den indoeuropäischen Sprachen die Tatsache, dass bei der Koordination gemeinsame Satzkonstituenten aus dem zweiten Konjunkt getilgt werden können (wegen proximater Redundanz):
برادرم مرا تا حالا نگه داشته و از این پس هم نگه خواهد داشت.
او نه با من سرِ سازش دارد نه با تو.
من این کتاب را تا هفتهیِ دیگر خوانده پس میآورم.
نه چیزی زیاد دارد نه چیزی کم.
Gholam Hossein Yusefi (20. Jh. n. Chr.)
Dabei ist die Behandlung des Prädikats im Persischen zu beachten:
- Auch wenn die Prädikate beider Sätze sich lediglich in Numerus- oder Person unterscheiden, kann das Prädikat aus dem zweiten Konjunkt getilgt werden:
یا من سرِ کار میروم یا تو سرِ کار میروی. ⇆ یا من سرِ کار میروم یا تو.
- Wenn das Prädikat des zweiten Konjunkts die negative Form des Prädikats des ersten Konjunkts darstellt, kann es durch ein Negativadverbial ersetzt werden (siehe 15•a•b.):
او را میبرم، ولی تو را نمیبرم. ⇆ او را میبرم، ولی تو را نه.
- Wenn das Prädikat des zweiten Konjunkts die affirmative Form des Prädikats des ersten Konjunkts darstellt, kann es getilgt werden und stattdessen das Interrogativpronomen /ʧe-rɒ/ چرا als Kausaladverbial erscheinen (siehe 15•a•b.):
او را نمیبرم، ولی تو را میبرم. ⇆ او را نمیبرم، ولی تو را چرا.
Dabei ist diese Postpositionalphrase als Grammatikalisierung der rhetorischen Frage “Wieso nicht?” zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis |
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a. Kopulative Koordination
(Siehe 9•a•a.)
Eine einfache Verknüpfung zwischen zwei oder mehreren Flexionsphrasen wird durch eine kopulative Koordination hergestellt.
Die kopulative Koordination bedient sich im Persischen der Konjunktion /o/ و:
بهارِ نصرت و مجدیّ و اخلاقت ریاحینها
بهشتِ حکمت و جودیّ و انگشتانت کوثرها
Manoutchehri (10. – 11. Jh. n. Chr.)
Dabei sind folgende syntaktischen Eigenschaften der kopulativen Koordination zu beachten:
- Wenn die kopulative Koordination mehr als zwei Konjunkte aufweist, können alle Konjunktionen bis auf die Letzte entfallen und durch Kommata ersetzt werden. Somit ist die Verbindung zwischen den Konjunkten an diesen Stellen asyndetisch und nur an der letzten Stelle (die weiterhin eine Konjunktion aufweist) syndetisch:
برو به خانه، کتابت را بر دار و بر گرد!
Sollten alle Verbindungen zwischen den Konjunkten die Konjunktionen behalten, spricht man von Polysyndeton:
روزه یک سو شد و عید آمد و دلها بر خاست
می به خمخانه به جوش آمد و می باید خواست
Hafes (14. Jh. n. Chr.)
- Wenn das Prädikat wegen proximater Redundanz aus dem zweiten Konjunkt getilgt wird (siehe oben), erscheint die Koordination meist asyndetisch:
تو راهِ خودت را میروی و من راهِ خودم را میروم. ⇆ تو راهِ خودت را میروی و من راهِ خودم را. ⇆ تو راهِ خودت را میروی، من راهِ خودم را.
Das ist auch der Fall, wenn ein negatives Prädikat durch ein Negativadverbial ersetzt wird (siehe oben):
من برایِ تو نامه نوشتم و برایِ سهراب ننوشتم. ⇆ من برایِ تو نامه نوشتم و نه برایِ سهراب. ⇆ من برایِ تو نامه نوشتم، نه برایِ سهراب.
- Zur kopulativen Koordination zweier Sätze, die dasselbe Subjekt aufweisen und aufeinander folgen, kann das Prädikat des ersten Konjunkts in Form eines Perfektpartizips eingesetzt werden und die Koordination asyndetisch erfolgen:
سرانِ کشورهایِ عرب با هم مذاکره کرده، به این نتیجه رسیدند که باید مسئله را بدونِ دخالتِ بیگانه حلّ کرد.
اگر قیمتها از این هم بالاتر رفته از مرزی که دولت گذاشته بگذرد، مجبور به بستنِ بازار خواهیم شد.
دولت هر سال شاگردانِ ممتاز را بر گزیده، برایِ تحصیل به خارج اعزام میکند.
نبشته من این نامهیِ پهلوی
به پیشِ تو آرم، مگر نغنوی
Firdausi (10. – 11. Jh. n. Chr.)
پیرمرد فریادی کشیده، آناً مرد.
Modjtaba Minavi (20. Jh. n. Chr.)
وقایعِ عمدهیِ آن سال را بعضیها در یک کتاب نوشته، انتشار میدهند.
Ali-Akbar Dehkhoda (19. – 20. Jh. n. Chr.)
آب بعد از این که به این حوضها میرسید از آنها جاری شده، بیرون میآمد.
Modjtaba Minavi (20. Jh. n. Chr.)
Ein solches Perfektpartizip steht in denselben prädikativen Teilkategorien wie das Prädikat des zweiten Konjunkts.
- Eine Sonderform der kopulativen Koordination stellt die “rekurrente kopulative Koordination” dar. Dabei fangen alle Konjunkte mit derselben Phrase an (= “rekurrente Phrase”). Rekurrente kopulative Koordinationen haben im Persischen folgende Eigenschaften:
- Sie erscheinen sowohl syndetisch als auch asyndetisch:
هم سرش شکسته و هم دستش ضرب دیده. ⇆ هم سرش شکسته، هم دستش ضرب دیده.
نه تا پایانِ کلاس ماند و نه برایم پیغام گذاشت. ⇆ نه تا پایانِ کلاس ماند، نه برایم پیغام گذاشت.
- Wenn die ersten Satzkonstituenten wegen proximater Redundanz aus dem zweiten Satz getilgt werden (siehe oben), erscheinen die entsprechenden Satzkonstituenten aus dem ersten Konjunkt vor der “rekurrenten Phrase”:
هم جمشید تا پارسال با محسن دوست بود، هم جمشید تا پارسال دلش نمیآمد مرا ناراحت کند. ⇆ جمشید تا پارسال هم با محسن دوست بود، هم دلش نمیآمد مرا ناراحت کند.
نه پدرم مرا به مدرسه میبرد، نه پدرم مرا بر میگرداند. ⇆ پدرم مرا نه به مدرسه میبرد، نه بر میگرداند.
Diese kopulativen Koordinationen werden in folgenden Varianten beobachtet:
- Als Zeichen einer engen Beziehung beginnen beide Konjunkte mit dem Adverb /hæm/ هم als Additivadverbial:
هم آبِ رادیاتور را عوض کرده و هم بادِ لاستیکها را امتحان کرده.
هم غذا پخته، هم چایی دم کشیده.
هم شیوهیِ زندگیِ او را دگرگون ساخت و هم سبکِ سخنِ او را رنگِ دیگر داد.
Abdolhossein Zarrinkoob (20. Jh. n. Chr.)
- Wenn man negative Sätze kopulativ koordiniert, können sie mit dem Negativadverbial /næ/ نه beginnen, obwohl sie mit affirmativen Prädikaten erscheinen:
کاغذ را امضا نکرد و جوابِ مشخّصی به ما نداد. ⇆ نه کاغذ را امضا کرد و نه جوابِ مشخّصی به ما داد. ⇆ نه کاغذ را امضا کرد، نه جوابِ مشخّصی به ما داد.
این روزنامه نه چشمپرکن بود، نه خوشچاپ.
Saeed Nafisi (19. – 20. Jh. n. Chr.)
خلق همه یکسره نهالِ خدایند
هیچ نه بشکن از این نهال و نه بفکن!
Nasser Chosrau (11. Jh. n. Chr.)
In archaischen Idiomen übernimmt (vor allem in Imperativ- und Optativsätzen) das Allomorph [mæ] مه diese Rolle:
بدو گفت: «ای بداندیشِ بنفرین!
مه تو بادیّ و مه ویس و مه رامین!»
Fakhroddin Asad Gorgani (11. Jh. n. Chr.)
با چنین ظلم در ولایتِ تو
مه تو و مه سپاه و رایتِ تو!
Sanai (11. – 12. Jh. n. Chr.)
که با اهرمن جفت گردد پری
که مه تاج بادت، مه انگشتری!
Firdausi (10. – 11. Jh. n. Chr.)
- Die disjunktive Koordination von Flexionsphrasen ↓ wird im Persischen in der Regel als ein Derivat der kopulativen Koordination verwendet und nach diesem Muster aufgebaut (siehe unten).
- Sie erscheinen sowohl syndetisch als auch asyndetisch:
b. Disjunktive Koordination
(Siehe 9•a•b.)
Die disjunktive Koordination von Flexionsphrasen weist darauf hin, dass mindestens oder genau eine der Flexionsphrasen Gültigkeit hat.
Im Persischen werden disjunktive Koordinationen mit der Konjunktion /jɒ/ یا und in archaischen Idiomen mit der Konjunktion /ægær/ اگر (bzw. aus metrischen Gründen [gær] گر und [ær] ار) gebildet. Ihre Anwendung ist jedoch auf folgende Situationen begrenzt:
- Wenn das zweite Konjunkt nach einer Pause ausgesprochen wird:
مدادم نیست. احتمالاً کسی برش داشته، یا این که افتاده زیرِ میز.
کسی خانه نیست، یا شاید زنگ خرابست.
مُردم زِ اشتیاق و در این پرده راه نیست
یا هست و پردهدار نشـانم نمیدهد
Hafes (14. Jh. n. Chr.)
نظم و امثال کمتر نوشتیم مگر بیتی که دلآویز باشد، اگر استشهادی درخور آید.
Aus dem Werk „Modjmal Ottavarikh va alghesas“ (۱۲. Jh. n. Chr.)
چنین گفت با خویشتن رشنواد
که: «این بانـگ رعدست، اگر تندباد»
Firdausi (10. – 11. Jh. n. Chr.)
- In Disjunktivinterrogativen (siehe 15•a•b.):
فردا خانه میمانی یا میروی سرِ کار؟
تو با سهراب حرف زدهای یا با برادرش؟
این که: «فردا این کنم یا آن کنم؟»
خود دلیلِ اختیارست ای صنم!
Rumi (13. Jh. n. Chr.)
حافظ! وظیفهیِ تو دعا گفتنست و بس
در بنـدِ آن مباش که: «نشنید یا شنید؟»
Hafes (14. Jh. n. Chr.)
عایشه گفت: «ایشان نیکوتر اگر تو؟» گفت: «من.»
Ghazali (11. – 12. Jh. n. Chr.)
- Wenn die entstandene disjunktive Koordination als Konditionalsatz vor den Hauptsatz platziert wird:
شما با ما همکاری بکنید یا نکنید، ما حاضر به همکاری با دشمن نیستیم.
این جا بمانی یا به خانهتان بروی، آسمان همین رنگست.
Dabei scheint die disjunktive Koordination im Persischen im Grunde ein Derivat der kopulativen Koordination zu sein:
«شوم» گفت «و برّم سرش را ز تن»
و گر بسته آرم بر این انجمن
Firdausi (10. – 11. Jh. n. Chr.)
کنون تا ببینم که با جامِ می
همی سست باشی و گر سختپی؟
Firdausi (10. – 11. Jh. n. Chr.)
Ein Beleg dafür ist, dass die disjunktive Koordination meistens als rekurrente kopulative Koordination erscheint (siehe oben):
- Wenn die disjunktive Koordination nicht als Konditionalsatz eingesetzt wird, beginnt jedes Konjunkt mit dem Disjunktivadverbial /jɒ/ یا:
یا پیامِ من به دستش نرسیده و یا دوست نداشته بیاید.
با هیچ کس نشانـی زآن دلستان ندیدم
یا من خبر ندارم، یا او نشـان ندارد
Hafes (14. Jh. n. Chr.)
In archaischen Idiomen wird auch das Disjunktivadverbial /ægær/ اگر (bzw. aus metrischen Gründen [gær] گر und [ær] ار) in dieser Rolle beobachtet:
از این دو برون نیستش سرنوشت
اگر دوزخ جاودان، گر بهشت
Assadi Tusi (11. Jh. n. Chr.)
کنون زین دو بگزین یکی ناگزیر
اگر بندگی کردن، ار دار و گیر
Assadi Tusi (11. Jh. n. Chr.)
چو دشمن همی جان ستاند، نه چیز
بکوشیم ناچار یک بار نیز
اگر سر به سر تن به کشتن دهیم
و گر تاجِ شاهی به سر بر نهیم
Firdausi (10. – 11. Jh. n. Chr.)
All diese Disjunktivadverbiale können in archaischen Idiomen bei Interrogativsätzen auch Zweifel und Unentschlossenheit ausdrücken. Es scheint, dass diese Adverbien dann zu den Konjunktionen /jɒ/ یا und /ægær/ اگر grammatikalisiert wurden.
Wie in Kapitel 16•e. erörtert, können solche Konjunktionen von der Konjunktion /ke/ که begleitet werden:
یا که به راه آرم این صیدِ دلِ رمیده را
یا به رهت سپارم این جانِ به لب رسیده را
Mohammad-Taqi Bahar (19. – 20. Jh. n. Chr.)
- Wenn die entstandene disjunktive Koordination als Konditionalsatz eingesetzt wird, kann sie folgende “rekurrente Phrasen” enthalten:
- Die Konjunkte können (wie bei anderen Konditionalsätzen) mit der Konjunktion /ægær/ اگر (und aus metrischen Gründen [ær] ار und [gær] گر) beginnen:
من اگر نیکم، اگر بد، تو برو خود را باش!
هر کسی آن درَوَد عاقبتِ کار که کشت
Hafes (14. Jh. n. Chr.)
- Man setzt bei der disjunktiven Koordination auch die Konjunktion /ʧe/ چه als rekurrente Phrase ein. Sie scheint die Kurzform von /ʧon ɒn ʧe/ چنان چه zu sein (siehe 18•۴•f.):
شما پولتان را پس میگیرید، چه آنها خودشان سرِ عقل بیایند و پول را پس بدهند و چه شما از راهِ وکیل اقدام کنید.
چه تو اجازه میدادی، چه نمیدادی من به او تلفن میزدم.
چو آهنگِ رفتن کند جانِ پاک
چه بر تخت مردن، چه بر رویِ خاک
Saadi (12. – 13. Jh. n. Chr.)
- Auch folgende Verben des Infinitivs /xɒstæn/ خواستن werden als “rekurrente Phrasen” verwendet:
- /xɒhi/ خواهی (Potentialis Präsens in der 2. Person Singular), aus metrischen Gründen auch als /xæhi/ خوهی
- /xɒh/ خواه (Imperativ in der 2. Person Singular), aus metrischen Gründen auch als /xæh/ خوه
In diesem Falle ist jedes Konjunkt eine Subordination mit Inhaltssatz. Dabei stellt die rekurrente Phrase (خواهی oder خواه) den Hauptsatz dar:
خواستن کدیهست، خواهی عشر خوان، خواهی خراج
زآن که گر ده نام باشد یک حقیقت را رواست
Anvari (12. Jh. n. Chr.)
هر لباسی که انـدازهات نبود بگذار کنار، خواه برایت بزرگ باشد، خواه از کوچکی دیگر به تنت نرود.
دست کوتاه باید از دنیا
آستین خوه دراز و خوه کوتاه
Saadi (12. – 13. Jh. n. Chr.)
- Die Konjunkte können (wie bei anderen Konditionalsätzen) mit der Konjunktion /ægær/ اگر (und aus metrischen Gründen [ær] ار und [gær] گر) beginnen:
c. Adversative Koordination
(Siehe auch 18•۴•g. Konzessivsatz.)
Die adversative Koordination weist auf eine Unstimmigkeit zwischen den Konjunkten hin:
میخواهد سقف را گردگیری کند، امّا دستش نمیرسد.
خیلی دلم میخواهد کمکت کنم، ولی دستِ خودم هم تنگست.
In Persischen handelt es sich bei der adversativen Koordination syntaktisch um eine abgewandelte Form der kopulativen Koordination (siehe oben). Das zweite Konjunkt erscheint bei dieser Koordination mit einem Konzessivadverbial, das normalerweise an den Anfang des Satzes positioniert wird:
- Das Konzessivadverbial /lik/ لیک spielt bei der adversativen Koordination eine Schlüsselrolle (nach der Meinung von Ali-Akbar Dehkhoda hat es seinen Ursprung im Altpersischen /beːk/):
این همه گفتیم، لیک اندر بسیچ
بی عنایاتِ خدا هیچیم، هیچ
Rumi (13. Jh. n. Chr.)
Dieses Konzessivadverbial erscheint im Arabischen in den Formen /lijkin/ لیکن und /laakinna/ لکنّ. Diese Varianten werden bei der adversativen Koordination auch im Persischen (mit den Aussprachen /liken/ und /lɒken/) eingesetzt:
نی از پیِ آن که صلت آریم
لیکن زِ پی بازپس هجـا را»
Suzani Samarqandi (12. Jh. n. Chr.)
Wie die oberen Beispiele zeigen, wird die adversative Koordination asyndetisch verwendet. Ursprünglich konnte sie aber auch syndetisch verwendet werden, doch ist die Konjunktion im Persischen mittlerweile grammatikalisiert und wird als Bestandteil des Konzessivadverbials empfunden:
تو را کامـل همی دیدم به هر کار
ولیکن نیستی در عشق کامـل
Manoutchehri (10. – 11. Jh. n. Chr.)
روی زمین را تو نقابی، ولیک
ایشان را نیست نقابت نقاب
Nasser Chosrau (11. Jh. n. Chr.)
Und letzten Endes ist aus ولیک durch den Wegfall des Konsonanten /k/ das am weitesten verbreitete Konzessivadverbial des Persischen entstanden, nämlich /væli/ ولی:
راستی خاتمِ فیروزهیِ بواسحاقی
خوش درخشید، ولی دولتِ مستعجل بود
Hafes (14. Jh. n. Chr.)
- Ein weiteres arabisches Konzessivadverbial, das im Persischen in der adversativen Koordination Verwendung findet, ist /ammaa/ امّا (im Persischen mit der Aussprache /æmmɒ/):
نشاید خون سعدی را به باطل ریختن، امّا
بیا سهلست، اگر داری به خطِّ خویش فرمانی
Saadi (12. – 13. Jh. n. Chr.)
d. Eskalative Koordination
Bei der eskalativen Koordination steigert das zweite Konjunkt semantisch die Aussage des ersten Konjunkts:
قربِ شش سال هست، بلکه فزون
تا دلم پرغمست و جان پرخون
Nisami Gandjavi (12. – 13. Jh. n. Chr.)
Wenn das erste Konjunkt negativ ist, dient das zweite Konjunkt in der Regel der näheren Erörterung des Sachlage:
من نمیخواهم جلویِ خوشبختیِ تو را بگیرم، بلکه سعی دارم نگذارم اشتباهی بکنی که تمامِ عمرت پشیمان بشوی.
کار خداوندگار خود نکند
بلکه همی کار پیشکار کند
Nasser Chosrau (11. Jh. n. Chr.)
Im Persischen weist die eskalative Koordination folgende Besonderheiten auf:
- In archaischen Idiomen des Persischen wird diese Koordination mit der Konjunktion /ke/ (/ki/) که، کی verwendet:
به نزدِ من مهِ من سرو و ماهِ مطلق نیست
که سروِ غالیهزلفست و ماهِ مشکینخال
Suzani Samarqandi (12. Jh. n. Chr.)
Normalerweise wird diese Konjunktion jedoch gemeinsam mit der arabischen Konjunktion /bal/ بل (im Persischen mit der Aussprache /bæl/) komponiert, wahrscheinlich um diesen Fall von anderen Anwendungsbereichen der Konjunktion /ke/ (/ki/) که، کی zu unterscheiden:
اسـمِ شب را دو بار، بلکه سه بار
میکنم از برایِ تو تکرار
Hadi Khorsandi (20. – 21. Jh. n. Chr.)
Die Konjunktion /bæl/ بل kann auch in archaischen Idiomen des Persischen beobachtet werden:
گر بهشتی تشنه باشد روزِ حشر
او بهشتی نیست، بل خود کافرست
Nasser Chosrau (11. Jh. n. Chr.)
- Das erste Konjunkt kann eine negative Subordination darstellen mit /næ tænhɒ/ نه تنها als Hauptsatz (= Kurzform von تنها این درست نیست که …, mit /tænhɒ/ تنها als Fokaladverbial und /næ/ نه als Negativadverbial):
نه تنها با او ازدواج کرده، بلکه قرارست بچّهاش را هم به فرزندخواندگی بپذیرد.
نه تنها شد ایوان و کاخش به باد
که کس دخمهاش هم ندارد به یاد
Hafes (14. Jh. n. Chr.)
Doch ist /næ tænhɒ/ نه تنها im Persischen soweit grammatikalisiert worden, dass solche eskalativen Koordinationen eher wie “rekurrente Koordinationen” (siehe oben) empfunden und behandelt werden. Ein Beleg dafür ist, dass gemeinsame Satzkonstituenten dem /næ tænhɒ/ نه تنها vorangestellt werden können:
فریدون نه تنها با او، بلکه با من هم همین طور رفتار خواهد کرد.
In archaischen Idiomen wird diese Konstellation auch ohne das Fokaladverbial /tænhɒ/ تنها beobachtet:
نه بلبل بر گلش تسبیحخوانیست
که هر خاری به تسبیحش زبانیست
Saadi (12. – 13. Jh. n. Chr.)
- Die eskalative Koordination wird in folgenden Fällen asyndetisch verwendet:
- Wenn das erste Konjunkt mit /o bæs/ و بس erscheint (wie es in 15•۴•u. erklärt wurde, wird /o bæs/ و بس semantisch wie ein Fokaladverbial verwendet und empfunden):
توحیدگویِ او نه بنـیآدمند و بس
هر بلبلی که زمزمه بر شاخسار کرد
Saadi (12. – 13. Jh. n. Chr.)
- In modernen Idiomen, wenn das erste Konjunkt als eine Subordination erscheint, deren Hauptsatz das Inexistenzialpronomen /hiʧ/ هیچ darstellt (= Kurzform von این را به هیچ بگیریم که …):
غذایِ خودش را خورده هیچ، میخواهد سهمِ من را هم بخورد.
- Wenn das erste Konjunkt mit /o bæs/ و بس erscheint (wie es in 15•۴•u. erklärt wurde, wird /o bæs/ و بس semantisch wie ein Fokaladverbial verwendet und empfunden):
e. Kausale Koordination
(Siehe auch 18•۳•d. Nebensatz im Aufbau des Kausaladverbials und 18•۴•d. Kausalsatz.)
Die kausale Koordination weist darauf hin, dass die Handlung des zweiten Konjunkts aus der im ersten Konjunkt beschriebenen resultiert. Sie wird im Persischen mit der Konjunktion /ke/ که gebildet:
حـالم بدست که پیشِ دکتر میروم.
گوییا باور نمیدارند روزِ داوری
کین همه قلـب و دغل در کارِ داور میکنند
Hafes (14. Jh. n. Chr.)
چه بودت – گر نه دیوت راه گم کرد –
که بی موزه درون رفتی به گلزار؟
Nasser Chosrau (11. Jh. n. Chr.)
f. Progressive Koordination
Die progressive Koordination von Flexionsphrasen mit der Konjunktion /ke/ که zeigt an, dass das zweite Konjunkt während des Vorgangs des ersten Konjunkts (oder kurz darauf) stattgefunden hat:
هنوز گوشی دستم بود که سر و کلّهیِ برادرم پیدا شد.
داشتم کتاب میخواندم که متوجّهِ بستهای در گوشهیِ اتاق شدم.
تصمیم گرفت دندهعقب برود که ماشینِ پشتِ سری بوق زد.
در این سخن بودیم که دو هندو از پسِ سنگی سر بر آوردند.
Saadi (12. – 13. Jh. n. Chr.)
تو غافل در اندیشهیِ سود و مال
که سرمایهیِ عمر شد پایمال
Saadi (12. – 13. Jh. n. Chr.)
در این مناظره بودیم کهاز سپهرِ کبود
زِ دوده طلعت بنمود چشمهیِ روشن
Masud Saad Salman (11. – 12. Jh. n. Chr.)
برایم چای میریخت که در باز شد و عارف وارد شد.
Sadeq Hedajat (20. Jh. n. Chr.)